15.10.2026

MV Bern

Berner Mieterverband lanciert Mietmonitoring für bezahlbaren Wohnraum

Der Mieterinnen- und Mieterverband Bern (MV Bern) lanciert heute sein Mietmonitoring mit interaktiver Karte. Die Karte macht sichtbar, wann und wo im Kanton Bern Mietverhältnisse unter Druck geraten und bezahlbarer Wohnraum verschwindet. Bereits über achtzig Fälle von Kündigungen, Mietzinserhöhungen und Sanierungen sind dokumentiert. Ab heute kann die Berner Bevölkerung eigene Fälle direkt melden.

Bezahlbarer Wohnraum verschwindet systematisch

Eine Kündigung wegen einer anstehenden Sanierung. Eine Wohnung, die nach der Sanierung ein Drittel teurer ist als zuvor. Was für einzelne Mieter*innen wie ein individuelles Schicksal aussieht, hat in Bern längst System. Bezahlbarer Wohnraum verschwindet und Mieter*innen werden verdrängt. Wer heute die Kündigung erhält, sei es wegen Sanierung, Eigenbedarf oder Mietzinserhöhung findet keine gleichwertige Wohnung mehr. Die Angebotsmieten sind im Kanton Bern im Durchschnitt rund 11% höher als die Bestandesmieten. Das heisst, wer einen neuen Mietvertrag abschliessen muss, verliert – finanziell aber auch seine gewohnte Umgebung und sein Netzwerk. Längst sind nicht mehr nur Ballungszentren betroffen, auch die Mietverhältnisse in der Agglomeration geraten zunehmend unter Druck.

Interaktive Karte

Der MV Bern lanciert deshalb heute das Berner Mietmonitoring. Das Mietmonitoring ist eine interaktive Karte, die Fälle dokumentiert und die Entwicklung im Kantonsgebiet aufzeigt. Sie ist ab heute auf der Webseite aufgeschaltet:

«Mit dem Mietmonitoring können wir sichtbar machen, wie rasch und systematisch bezahlbarer Wohnraum verschwindet und wie wichtig und dringend unsere Forderungen nach Mietzinsüberprüfungen und nach mehr bezahlbarem Wohnraum sind», sagt Edith Siegenthaler, Präsidentin des MV Bern.

Einen eigenen Fall melden

Der MV Bern ruft Mietende dazu auf, Fälle aus dem eigenen Umfeld zu melden: «Jede einzelne Meldung macht die Karte vollständiger – und unsere politischen Forderungen schlagkräftiger», so Sabina Meier, Geschäftsleiterin des MV Bern. Die Meldung ist ab heute über ein einfaches Online-Formular möglich: