Weniger schwitzen mit effizienten Ventilatoren. Bild: IStock Getty Image

04.08.2026

MV

Im Sommer cool bleiben – auch ohne Klimaanlage

Wir verbringen rund 80 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen – bei Hitze eine echte Belastung. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Massnahmen lässt sich die Raumtemperatur wirksam senken. Ein Klimagerät braucht es dafür meistens nicht.

Sonnenschutz: Die Hitze erst gar nicht hereinlassen

Der wirksamste Schutz gegen aufgeheizte Zimmer ist Prävention: Die Sonne erst gar nicht hineinlassen. Aussenjalousien, Raffstoren oder Markisen reduzieren den Wärmeeintrag um ein Vielfaches gegenüber innenliegenden Vorhängen. Helle oder verspiegelte Materialien sind besser als dunkle, und einstellbare Lamellen erlauben es, Tageslicht durchzulassen, ohne das Zimmer aufzuheizen. Auch Laubbaume vor dem Fenster helfen: Im Sommer spenden sie Schatten, im Winter lassen sie durch ihre kahlen Äste die Sonne durch.

Richtig lüften: Nachts rein, tags raus

In Hitzephasen ist die Luft nachts und kurz vor Sonnenaufgang am kühlsten. Genau dann intensiv lüften – am besten durch Querlüftung quer durch die Wohnung. Tagsüber bleiben Fenster und Rollläden geschlossen, um die eingefängene Kälte möglichst lange zu bewahren.

Querlüften erzeugt zudem einen Luftzug, der die gefühlte Temperatur durch den sogenannten Windchill-Effekt senkt. Bei mässiger Hitze reicht das oft aus. Bei geschlossenen Fenstern kann ein Ventilator die Luft zirkulieren lassen und so für ähnliche Abkühlung sorgen.

Interne Wärmequellen ausschalten

Hitze kommt nicht nur von aussen – auch Geräte im Innern heizen die Wohnung auf. Alles, was nicht gebraucht wird, abschalten: PC, Drucker, Kaffeemaschine, Kopierer, nicht benötigte Beleuchtung. LED-Lampen statt Glühbirnen helfen zusätzlich, weil sie kaum Wärme abstrahlen. Ein inaktiver Standby-Gerätepark macht überraschend viel aus.

Körper kühl halten: Trinken und leichte Kleidung

Der Körper reguliert seine Temperatur über das Schwitzen: Der Feuchtigkeitsfilm auf der Haut kühlt beim Verdunsten. Dafür braucht der Körper ausreichend Flüssigkeit – bei Hitze deutlich mehr als normal. Lichte Kleidung aus atmungsaktiven Stoffen wie Leinen, Seide oder Baumwolle unterstützt die natürliche Kühlung zusätzlich.

Wenn ein Klimagerät sein muss: Auf den richtigen Typ achten

Wer nach Ausschöpfen aller Alternativen nicht ohne Klimaanlage auskommt, sollte vor dem Kauf einige Punkte beachten.

Mobile Ein-Schlauch-Geräte meiden. Sie führen die Abwärme per Schlauch nach aussen, erzeugen dabei aber Unterdruck im Zimmer – der sofort wieder warme Aussenluft durch Ritzen und Spalten ansaugt. Trotz Leistungsaufnahme von bis zu 1300 Watt ist die Wirkung gering.

Zweileitungs-Geräte sind besser. Sie saugen Kühlluft von draussen über einen Schlauch an und führen die Wärme über einen zweiten wieder ab. Kein Unterdruck, deutlich höhere Effizienz, keine feste Installation nötig.

Split-Anlagen sind die beste Lösung. Innen- und Ausseneinheit sind getrennt – der Kompressor (laut, warmabgebend) sitzt draussen. Kein Lärm, keine Abwärme im Zimmer, höchste Effizienz. Für mehrere Räume genügt eine einzige Ausseneinheit (Multi-Split). Achtung: Die Installation erfordert eine Baubewilligung.

Die meisten Split-Klimaanlagen können auch heizen und sind als Wärmepumpe wesentlich effizienter als eine Elektroheizung. Wer diese Doppelfunktion nutzen möchte, achtet zusätzlich auf den SCOP-Wert (Effizienz im Heizbetrieb). Zu beachten ist ausserdem: Alle Klimageräte enthalten Kältemittel und müssen zwingend fachgerecht entsorgt werden – nicht in den Haushaltsmüll.

Klimaanlage effizient betreiben

Wer eine Klimaanlage betreibt, kann mit ein paar einfachen Massnahmen den Stromverbrauch deutlich senken: Die Raumtemperatur nicht zu weit abkühlen – die ideale Arbeitstemperatur im Sommer liegt zwischen 22 und 26 Grad. Jedes Grad weniger erhöht den Energieverbrauch spürbar. Während das Gerät läuft, Fenster geschlossen halten. Unbenutzte Zimmer nicht kühlen. Auf freie Luftzirkulation um das Gerät achten, den Filter regelmässig reinigen.