
09.06.2026
Luzerner Wohnschutzinitiative eingereicht
Der MV Luzern hat heute die Luzerner Wohnschutzinitiative eingereicht. Mit der Initiative soll der Abriss, der Umbau und die Zweckänderung von preisgünstigem Wohnraum bewilligungspflichtig werden und Rendite-Sanierungen einen Riegel geschoben werden. Die Initiative folgt auf den Bevölkerungsantrag von 2023, dessen Umsetzung der Grosse Stadtrat im März 2026 abgelehnt hat.
Die Luzerner Wohnschutzinitiative wurde heute mit 1'523 als gültig beglaubigten Unterschriften eingereicht. «Die Unterschriften stammen hauptsächlich aus den besonders von Rendite-Sanierungen und Mieterhöhungen betroffenen Quartieren in der Innenstadt. Die zahlreichen Rückmeldungen bestärken uns darin, mit der Luzerner Wohnschutzinitiative den Schutz vor Rendite-Sanierungen und Luxus-Ersatzneubauten voranzutreiben.» So MV Luzern Präsident Mario Stübi.
Initiative mit Vorgeschichte
Die Luzerner Wohnschutzinitiative folgt auf den Bevölkerungsantrag «Preisgünstiger Wohnraum muss erhalten bleiben», den der MV Luzern 2023 einreichte und der vom Grossen Stadtrat überwiesen wurde. Der Stadtrat präsentierte im Herbst 2025 seinen Umsetzungsvorschlag, der die Unterstellung der Stadt Luzern unter das kantonale Gesetz über die Erhaltung von Wohnraum GEW vorsah. Trotz Wohnkrise lehnte der Grosse Stadtrat dies im März 2026 ab. Der MV Luzern lancierte darauf hin die Luzerner Wohnschutzinitiative, die ein Reglement für den Schutz des preisgünstigen Wohnraums und die Unterstellung der Stadt Luzern unter das GEW fordert.
Wohnschutz für Luzerner:innen wichtig
Die Wohnkrise zeigt sich nicht nur im knappen Wohnraum, sondern vor allem, wie Vermieterschaften Mietzinserhöhungen durchsetzen. «Immer mehr Luzerner:innen können sich nach dem Verlust der Wohnung den Umzug in eine gleichwertige Wohnung nicht mehr leisten. Grund sind die immer höheren Mieten und Renditen, die Vermieter verlangen.» So Daniel Gähwiler, Co-Geschäftsleiter des MV Luzern. Wie der Stadtrat kürzlich in seiner Antwort auf die Interpellation 172 zeigte, kann sich eine von vier Familien den Umzug in eine 4-Zimmer Wohnung nicht mehr leisten, ebensowenig drei von vier Alleinerziehende den Umzug in eine 3-Zimmer Wohnung. Luxus-Ersatzneubauten wie durch die SUVA auf dem Wesemlinhöheweg 4/6 – der Mietzins für die 4-Zimmer Wohnung liegt bei über 3'600.- - oder Rendite-Sanierungen wie am Bundesplatz 4/4a (‘Cervelat-Palast’) vernichten preisgünstigen Wohnraum, immer mehr Luzerner:innen droht die Verdrängung.
Die Luzerner Wohnschutzinitiative will während maximal acht Jahren solchen Rendite-Projekten den Riegel schieben. «In einigen Jahren greift die neue Wohnpolitik der Stadt. Bis dahin soll die Luzerner Wohnschutzinitiative verhindern, dass die Vermieterschaften weiterhin ihre Marktmacht auf Kosten von uns Mieter:innen ausnützen und die Mieten in solch unverschämten Masse erhöhen können.» So Mario Stübi über das Ziel der Initiative.

Mario Stübi übergibt die Unterschriften Daniel Egli, Stadtschreiberin-Stv. Stadt Luzern