
Ein Meilenstein für alle Mieterinnen und Mieter in der Schweiz: Die Mietpreisinitiative ist eingereicht. Foto: Manu Friedrich
13.08.2026
Mietpreis-Initiative offiziell zustande gekommen
Die Bundeskanzlei hat heute das formelle Zustandekommen der eidgenössischen Volksinitiative Mietpreis-Initiative des Mieterinnen- und Mieterverbands Schweiz (MVS) bestätigt. 108'437 gültige Unterschriften fordern ein Ende der explodierenden Mieten. Die Mieten sind in 20 Jahren um 32 Prozent gestiegen, und so geht es weiter. Endlich kann die Bevölkerung diese Fehlentwicklung an der Urne stoppen.
Zu hohe Mieten belasten die Kaufkraft der Bevölkerung
Unter den zu hohen Mieten leiden alle Haushalte, gerade der Mittelstand. Die Miete ist der grösste Ausgabenposten der meisten Haushalte. Besonders hart treffen die Mietpreiserhöhungen das Portemonnaie von Familien, Rentnerinnen und Rentnern mit tiefen und mittleren Einkommen. Die Immobilienwirtschaft koppelt sich von der realen lokalen Wirtschaft ab, indem die Mieten stärker steigen als die Löhne.
Die Zahlen des Bundes zeigen, wie schwer die Mietausgaben das Haushaltseinkommen belasten. Tiefe Einkommen (bis 4000 Franken) geben im Schnitt 37,8 Prozent fürs Wohnen aus, Einkommen von 4000 bis 6000 Franken über ein Viertel (26,5 Prozent) und Einkommen von 6000 bis 8000 Franken rund ein Fünftel (20,9 Prozent). Die Renditen der Immobilienwirtschaft steigen derweil weiter. MVS-Präsident Carlo Sommaruga freut sich über das Zustandekommen der Initiative und betont: «Die Mieten sind zu hoch und steigen weiter. Jetzt kann die Bevölkerung endlich dazu Stellung nehmen.»
Automatische und regelmässige Überprüfung der Mieten
Mieterinnen und Mieter bezahlen heute im Durchschnitt rund 360 Franken pro Monat zu viel. Insgesamt fliessen dadurch jedes Jahr rund 10 Milliarden Franken von den Mietenden zu den Vermietenden. Obwohl missbräuchlich hohe Mieten gesetzlich verboten sind, werden die Vorgaben heute kaum kontrolliert. Mietende müssen selbst aktiv werden und ihre Miete anfechten, obwohl viele ihre Rechte nicht kennen oder Nachteile befürchten.
Die Mietpreis-Initiative will das ändern. Sie verlangt, dass Mieten automatisch und regelmässig überprüft werden. Liegt eine Miete über den tatsächlichen Kosten einer Liegenschaft zuzüglich einer angemessenen Rendite, muss sie gesenkt werden. MVS-Vizepräsident Michael Töngi betont: «Es kann nicht sein, dass Mieterinnen und Mieter Monat für Monat zu viel bezahlen, während die Immobilienkonzerne riesige Gewinne einstreichen. Die Mietpreis-Initiative sorgt dafür, dass die Mietzinse überprüft und somit wieder bezahlbar werden.»