Am 1. Mai 2026 wurde in Thun die Initiative «Wohnraum schützen – Airbnb regulieren» lanciert. Die Regionalgruppe Thun-Oberland des MV Bern ist Mit-Initiantin.

17.09.2026

MV Bern

Wohnraum schützen, Airbnb regulieren

Viele Menschen in Thun finden keinen bezahlbaren Wohnraum mehr. Airbnb verschärft die Wohnungsnot zusätzlich. Eine Initiative fordert deshalb klare Regeln.

Thun boomt touristisch

Tourist*innen haben Thun über Jahrzehnte hinweg auf dem Weg nach Bern oder Interlaken nur wenig beachtet. In den letzten Jahren hat sich die Situation stark verändert. Airbnb ist auch in Thun angekommen: Menschen mit Rollkoffern ziehen durchs Quartier. Viele Hauseingänge in der Altstadt aber auch in Aussenquartieren sind mit Schlüsseltresoren geschmückt. Oft mit einem kleinen roten Airbnb-Logo drauf.

Grosse Wohnungsnot und negative Folgen in den Quartieren

In Thun herrscht Wohnungsnot. Laut Bundesamt für Wohnungswesen sprechen wir ab einem Leerwohnungsbestand von unter 1% von Wohnungsnot. In Thun liegt der Leerwohnungsbestand aktuell bei 0.05%! Viele Menschen in Thun finden keinen bezahlbaren Wohnraum mehr. Zwar sind neue Überbauungen in Thun geplant. Aber gleichzeitig verschwindet nötiger Wohnraum durch Airbnb. Zudem trägt Airbnb dazu bei, dass die Mietzinse weiter steigen. Airbnb hat auch negative Auswirkungen in den Wohnquartieren: Lärm, erhöhtes Verkehrsaufkommen, unsachgemässe Abfallentsorgung, häufige und unkoordinierte An- und Abreisen sowie ein Verlust an Nachbarschaft und Wohnqualität.

Initiative fordert klare Regeln

Die Initiative verlangt von der Stadt Thun ein Reglement mit klaren und einfachen Regeln. Hotels unterliegen bereits strengen gesetzlichen Auflagen. Vergleichbare Regeln sollen auch für private Anbieter*innen von Kurzzeitvermietungen gelten.

Unterschreiben Sie jetzt

Das Initiativkomitee hat bis Ende April 2027 Zeit, die 1'600 erforderlichen Unterschriften zu sammeln. Sind Sie in Thun stimmberechtigt und haben noch nicht unterschrieben? Dann können Sie jetzt den Unterschriftenbogen herunterladen, drucken und unterschreiben:

Das fordert die Initiative

Angemessener Erstwohnungsanteil
Die Initiative fordert einen angemessenen Anteil an Erstwohnungen und will damit Wohnraum für die lokale Bevölkerung sichern.

Begrenzung der Kurzzeitvermietung
Wohnungen dürfen weiterhin über Airbnb und ähnliche Plattformen vermietet werden, jedoch für maximal 90 Tage pro Jahr.

Mindestdauer für Aufenthalte
Eine kurzfristig vermietete Wohnung muss jeweils für mindestens fünf Nächte gebucht werden.

Mehr Transparenz
Kurzzeitvermietungen müssen gemeldet und registriert werden. Identifikationsnummern schaffen Transparenz und helfen, illegale oder missbräuchliche Vermietungen einfacher zu erkennen.